Kaum zu glauben – nach 22 Nächten, zig alkoholfreier Biere, diverser Nachspeisen, Nudel- und Fischspezialitäten, 12 Bananen, den ein oder anderen Kuchen, einer Maus im Gepäck, ungeschminkt, wahnsinnig tollen Menschen und vielen vielen Brücken ist sie rum – meine Reise zu mir selbst.
Was denke ich jetzt? Hab ich meine Ziele erreicht? Habe ich mein Budget gehalten? Wie geht es mir und was hat sich verändert?
Es ist keinesfalls ein „zum Glück ich hab’s geschafft“ – eher ein „ja, und jetzt?“ – rundum ein gutes Gefühl.
Die Bilanz aus den letzten Wochen ist folgende:
1. 22 Nächte: davon 11 x Camping, 5 x Hotel /Pension , 1x DJH, 5x Verwandte und Freunde / allesamt ok / Pausen auf einen Tag beschränken ist meine Erkenntnis – alles andere ist zu lange
2. Wetter: durchwegs meist sonnig, 3x Hitzewelle, 3x Windtage, 2x Regen, 1x Dauerregen – durchaus akzeptabel
3. Radwege: die Wahl war gut von Süd nach Nord gewählt – tendenziell geht es abwärts. Jedoch das Taubertal ohne E-bike sehr sehr grenzwertig für mich. Ein Tipp : für Anfänger hätte auch einer der drei Wege (romantische Straße, Fuldaradweg, Weserradweg und sogar ja noch Nordseeküstenradweg) gereicht
4. Fitness: jetzt bin ich fit
5. Equipment: ja wichtig ist ein gutes Zelt. Da bräuchte ich für zukünftige Abenteuer ein anderes. Gaskocher sollte vorher im Testlauf sein, Klamotten nur das nötigste (ich habe 2 Pakete heimgeschickt), Turnschuhe wären von Vorteil – ansonsten war es ziemlich gut vorbereitet bzw. habe ich hinzugekauft
6. Kostenpunkt Übernachtung: 547,15 EUR / im Durchschnitt etwa 25,00 EUR – finde ich persönlich super!
7. Kostenpunkt Eintritte/Zug/Mitbringsel/Anschaffungen/sonstiges: 419,90 EUR (Anschaffungen waren 150 EUR – hätt ich ohnehin gekauft)
8. Kostenpunkt Gaumenfreuden: 540,42 EUR
Das reine Reisebudget ist somit unterschritten
9. 10 vorgenommene Highlights: hat sich während der Reise verändert – neue Highlights wurden während der Reise erst überhaupt entdeckt – vorgenommenes über den Haufen geworfen und das war gut so
10. Alleine sein: ja das war der größte Knackpunkt. Aber ich bin froh die Erfahrung gemacht zu haben, wie es sich anfühlt und wie es sich positiv verändert hat
11. Veränderungen: anfangs war ich strickt nach einem Streckenprofil und -plan unterwegs. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass grobe Informationen ausreichen und es besser war so hineinzuleben. Jede Veränderung auf der Reise (nicht die km schaffen, Hitze, Regen, Straßensperren, Fitness) hat mir geholfen weiterzukommen. Es war immer gut so wie es kam. Aber das musste ich auch lernen.
12. Emotionen: Wut, Tränen, Unzufriedenheit , Kummer gehören dazu. Am Ende überwiegt der Stolz, Glück, Zufriedenheit, Freude
13. aufgeben oder weitermachen: zum Glück weitergemacht 😜
14. Weg zu mir selbst: ja ich denke ich hab den Einstieg gefunden. Es ist interessant nur mit sich zu sein und sich zu entdecken. In der heutigen Zeit hat keiner mehr Zeit, nicht für andere und noch weniger für sich selbst. Kümmert euch um euch !
15. Big Five: ja das ist ein Punkt. Er ist sozusagen abgehackt. Und eins muss ich sagen, ich hatte es vorher nicht komplett definiert, was zu den big Five alles gehört. Aber ein Teil dieser 5 ist meine Familie. Ich habe sie zeitweise sehr vermisst und bin froh, dass sie alle 4 ein Bestandteil in meinem Leben sind.
Ich kann nur jedem dazu raten, der in der Krise steckt oder denkt dass eine Veränderung notwendig ist, man Träume hat und Wünsche, im falschen Job steckt oder sonst wie….. macht es einfach – denkt nicht so viel darüber nach was wie sein könnte – machen ist der Schlüssel.
Stell dir vor du wirst etwa 90 Jahre alt. Mal das mal auf nen Zettel in Kästchen hin. Und streiche mal ab, wieviel Jahre davon schon um sind: bei mir war es schon über Hälfte abgestrichen (den Tipp hab ich aus einem Buch). Somit ist doch klar, dass ich jetzt Dinge tue, die ich schon immer machen wollte. Nicht warten – tun.
Zeit zu handeln, Zeit zu verändern, Zeit für sich selbst.
Und jetzt nach 22 Tagen sag ich „Danke, dass ihr mich so unterstützt habt und gerne mitgelesen habt. Danke für die Zusprüche, dass ich nicht aufgebe. Danke für eure Zeit und Interesse an dem was mich bewegt.“
Sich zu öffnen und Schwächen zu zeigen, hat mich nur stärker werden lassen. Es ist großartig.
Ich möchte am liebsten weiterschreiben/ aber da muss wohl ein neuer Blog her.
Liebe Grüße und bis bald
Dany
Hier der letzte Sonnenuntergang meiner persönlichen Reise.

