Etappe 16: Friedrichskoog – Büsum 08.08.2019 / 32,5 km – gesamt 917,5 km

Geschafft – das bin ich – oder es ist geschafft. Besser sage ich: Angekommen. Angekommen an der See und auch irgendwie bei mir selbst.

Der heutige Tag war geprägt von: Ich schlafe mal aus 💤, ich lass es mal langsam angehen (erst Sightseeing, dann der Sport), und auf Veränderungen reagieren (das kann ich jetzt sehr gut).

Um 10 Uhr bin ich in meiner Unterkunft im Friedrichskoog gestartet. Sehr spät für meine Verhältnisse, aber das rührt daher, dass gestern zum einen Sauna und zum anderen in diesem Appartement ein Fernseher mit natürlich allen für mich super wichtigen Informationen anwesend war. Nach dem Film mit Will Smith zappte ich unaufhaltsam durch die fantastische Programmauswahl, was dazu führte, dass es plötzlich 23:56 Uhr war. Äußert ungewöhnlich in den letzten 3 Wochen (hey – 3 Wochen).

Zuerst ging der Weg mal zur Apotheke – diverse Dinge nachkaufen. Dann ging es zur Sehhundstation.

Dort werden die sogenannten Heuler aufgenommen. Warum es überhaupt dazu kommt, dass die Seehunde alleine am Strand aufzufinden sind, hat unterschiedliche Ursachen . Zum einen kann dies sein, dass Schiffswege die Bahn von Mutter und Jungtier durchkreuzen – do Mutter zu schnell weg ist. Die Mutter Opfer eines Raubfisches wurde oder Erkrankungen aufgetreten sind.

Die Seehunde werden bei Sichtung durch einen Seehundjäger (so nennt man diesen Beruf – dieser ist zuständig zur Erhaltung der Spezies und zu deren Schutz – ist leicht verwirrend). Der Seehundjäger beobachtet zwei Tiden lang, ob die Mutter zurückkehren wird – ist dies nicht der Fall wird die Station tätig und kümmert sich darum. Die Seehunde werden nach einer Zeit in Quarantäne mit möglichst wenig Menschenkontakt in Becken gehalten und aufgepäppelt.

Erreichen die Seehunde ein Gewicht von 25 kg und sind gesund, werden sie im Nationalpark ausgewildert.

Einige Kegelrobben sind auch dort zu sehen – diese waren leider nicht mehr auszuwildern und wurden dort gesundgepflegt und dürfen quasi bleiben.

Es war wirklich sehr interessant über das Watt, die Robben, Wale, bewegte Inseln usw. zu erfahren. Ich kann das nur empfehlen.

Natürlich könnte ich nicht ohne Mitbringsel weg. Siehe dazu die Bilder .

Nach einem heftigen Gewitter am Mittag machte ich noch kurz Einkehr zum Fischessen. Lecker – Matjesheringe zum abwinken hier oben .

Die Tour startete somit erst gegen 13 Uhr. Ich ging ja davon aus, dass 25 km nix sind und ich eine leichte Tour erwartete. Aber was sag ich – der Wind ….8km hatte ich Rückenwind und konnte doch tatsächlich auch das erste mal bei dieser Tour feststellen, dass ich einen großen Gang habe….aber wie plötzlich dreht der Wind und kam volle Breitseite und dann von vorne (Wenn du aufhörst zu treten fällst du nicht um). Das war heute echt anstrengend.

Daher entschied ich entgegen heute früh ursprünglich angedachten 54 km doch für die kurze Variante bis Büsum.

Und als erstes gab es ein Belohnungseis und dann versuchte ich im Wind mein Zelt irgendwie zu verankern. Ich hoffe alles fest.

Büsum: kurzum ein toller Ort

Strand, Strandkörbe, Kites, Essen, Bier.

Und WIND.

Da brauche ich heute Nacht alle Ressourcen, die kleidungstechnisch am Start sind. Und beide Schlafsäcke womöglich.

Leider hatte Markus eine Panne, daher entscheide ich morgen, wie ich die Tour weiterfahre – oder ob ich hier einfach bis Samstag warte. Zufrieden bin ich und glücklich an der See zu sein.

Bis morgen

Dany

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